Die Impulswerkstadt in der Hohen Mark - Hermann Benning
Shownotes
Landwirtschaft im Wandel der Zeit
GPS-Traktoren und Drohnen? Lasst uns mal ein paar Jahrzehnte zurückspulen! Die Landwirtschaft in Reken hat sich extrem gewandelt. Aber wie war das eigentlich früher? In der IMPULSWERKSTADT wird es nostalgisch und tiefgründig: Wir haben einen über 90-jährigen Landwirt zu Gast, der uns aus einer Zeit erzählt, in der noch echte Hand- (und Pferde-)arbeit zählte. Gänsehaut garantiert! Niemand könnte dieses Gespräch besser führen als Raimund Stroick. Mit ganz viel Respekt, seiner typischen Münsterländer Wärme und einem Augenzwinkern holt er die besten Geschichten von früher ins Jetzt.
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00:00:00: Es ist der Podcast mit den Impulsen aus der Hohenmark für die Menschen
00:00:14: in der Hohnmark.
00:00:15: Und heute sind wir in Hülsten, nicht irgendwo in Hühlsten sondern bei einem Mann, der schon viele Ecker in seinem Leben bestellt hat.
00:00:22: aber er war nicht nur auf den Äckern in Hüllsten unterwegs sondern auch darüber hinaus mehr als drei Jahrzehnte.
00:00:30: Die Rede ist natürlich von Hermann Benning.
00:00:32: Vierundneinzig Jahre jung und noch immer auf voller Taten drangen, und Träger einer Auszeichnung die noch lange nicht jeder erhält.
00:00:39: Ganz frisch hat er aus den Händen des Landrates beim Kreis Borken den Preis für sein Lebenswerk in der Landwirtschaft erhalten!
00:00:46: Vierunneinzig Jahre leben davon über dreißig Jahre im Ehrenamt für den Berufsstand Kreis Landwirt, Vizepräsident der Land Wirtschaftskammer, Kommunalpolitiker Brückenbauer zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft.
00:00:59: Lieber Hermann Benning, schön dass du Zeit gefunden hast und herzlich willkommen.
00:01:03: Hermann, du hast den Preis für dein Lebenswerk erhalten.
00:01:05: beim Kreis Borken ist das keine Alltagsgeschichte?
00:01:08: Was gingen die denn durch den Kopf?
00:01:10: Ja man hat jahrzehntelang ehrenamtliche Arbeit geleistet.
00:01:18: Das fing schon an mit der Landjugend nach dem Krieg.
00:01:21: Es lag ja alles am Boden.
00:01:23: Man musste alles wieder neu erfinden.
00:01:28: Man ist ganz wenig ausgebildet worden in der höchsten Grundschule mit zwei Klassen.
00:01:36: Jetzt habe ich ja gerade schon einen Eingang gesagt, du hast schon einiges hinter dir in deinen fourneunzig jungen Jahren.
00:01:41: Hat man denn bei so viel Engagement wie du es geleistet hast überhaupt noch Zeit stolz zu sein?
00:01:47: Natürlich ist man stolz wenn die Arbeit die man geleistete hat ob privat oder auch ehrenamtlich rückverfolgen kann nochmal und in Erinnerung gerufen kann, ist das schon etwas eine genug Tugenguld.
00:02:08: Und man ist auch ein bisschen stolz drauf.
00:02:11: Völlig zu Recht ja auch!
00:02:13: Wenn man mehr als dreißig Jahre hast du dich für die Landwirtschaft eingesetzt unter anderem auch als Vizepräsident der ehemaligen Landwirtschaftskammerbestfahlen Lippe von siebenundachtzig bis sechsundneunzig.
00:02:23: Was war denn in dieser Zeit für dich die größte Herausforderung?
00:02:26: Man muss das im Zusammenhang sehen, glaube ich mit der Kreistagsarbeit.
00:02:31: Ich kam in den Kreistag und wurde auf Anhieb auch Vorsitzender des Umweltausschusses.
00:02:38: Und das waren gerade die Zeiten wo es losgingen mit den Landschaftsplänen.
00:02:44: Je in Regen ist ja auch der Landschaftspan dann erstellt worden unter Mitte Eigentlich wenig einsprungen.
00:02:52: Und man sieht auch viele Hecken und Baumreihen, beispielsweise hier am Wohnbach, wo jetzt die Bäume schon hoch sind.
00:03:03: Ich bin immer froh, wenn ich noch so Zeugen sehe, die aus dem Landschaftsplan gekommen sind oder die noch voran sind ... Und da ist das eine.
00:03:21: Das Zweite ist, dass dann der Naturstuhl stärker in den Vordergrund drückte beispielsweise mit den Heubachwiesen im Brog.
00:03:33: Da kann man sehen wie unterschiedlich die Entwicklung in der Landwirtschaft gewesen ist denn die Bauern haben ja zuerst mal mühsam die Flächen gerodet ob das nun Acker wurde oder noch mehr im Brok die Moorflächen mit viel Handarbeit oder nur Handarbeit früher mal.
00:03:57: Und dann kam die Zeit.
00:03:58: erst nach dem Krieg, ja auch mit Förderung wurden die Flächen tief geflügt und es wurde die Fläche entwässert.
00:04:09: Dann gab's wieder eine Kehrtwende mit dem Heubachwiesen und mit dem Naturschutzprogramm, dass die Flächen wieder vernässt werden mussten.
00:04:19: Du warst in der Umweltausschuss im Kreistag und Landwirt?
00:04:24: Das ist ja auch so eine kleine Spannung.
00:04:26: War das ein Widerspruch oder für dich gar nicht?
00:04:28: Das war kein Widerspruch.
00:04:30: Wir hatten ja als Landwirtschaftskammer auch viel... Die Landwirtschaft Abteilungen praktisch des Landtags, die Kammer, wie man so will.
00:04:46: Und insofern hatten wir auch einen ständigen Kontakt mit den entsprechenden Ministern, die ja verschiedener Couleur waren.
00:04:59: Im Wasser des Wortes?
00:05:02: Ja genau.
00:05:04: und aber wir haben aber doch letztlich ein... ein recht ordentliches Einverleben zustande gebracht und wo auch unser Ergebnis erzielt, wo praktisch die Landwirtschaft mit leben konnte.
00:05:25: Jetzt hast du ja sixundneunzig die goldene Plakette der Landwirtschaftskammer und zweitausend das Bundesverdienstkreuz bekommen.
00:05:32: Da sind schon Meilensteine in deinem Leben.
00:05:34: Mach dir das persönlich was?
00:05:36: Legst du da Wert drauf?
00:05:37: Hast du vielleicht eine Auszeichnung, die du lieber hattest oder ist dann egal?
00:05:42: Nein, ich habe mit sixty-fünf in der Kammer aufgehört und beim Kreis war ich ein paar Jahre länger.
00:05:50: Ich
00:05:51: muss sagen, ich freue mich über beide Auszeichnungen.
00:05:56: Ich will da eigentlich keinen großen Unterschied machen.
00:06:00: Muss man ja auch nicht!
00:06:02: Herrmann, lass uns ein bisschen über euren Hof reden.
00:06:04: Sechzehnundertsächzig wurde er erstmals im Kirchenbuch erwähnt.
00:06:07: Seit achtzehn dreiundfünfzig trägt der Zinnnamen Benning.
00:06:11: Was empfindest du?
00:06:11: Da ist das so stolz eher furchtverantwortung auch?
00:06:15: Ja natürlich ist das Verantwortung nicht.
00:06:18: man will die Generationenfolge auch ja dann positiv entsprechend beeinflussen.
00:06:28: es waren ja auch die Möglichkeiten früher sehr beschränkt.
00:06:34: Also ich habe ja noch Erinnerung an, sogar an die Vorkriegszeit, wenn nicht... Ich bin mit sieben, neunzig, siebendreißig eingeschult worden aber da hatten wir noch keinen Mehbinder.
00:06:53: von Mehdrescher sprach niemand zumindest hier in der Region.
00:06:59: Da haben wir zunächst noch mit der Mähmaschine, mit zwei Pferden davor das Getreide gemäht, mit sehr viel Handarbeit.
00:07:10: Da wurden die Erwachsenen oder halbwegs erwachsene Kinder eingesetzt und da musste so viel Handarbeit gereistet werden.
00:07:21: Und um das nochmal zu sagen... Also wenn heute geklagt wird dann habe ich mitunter kein Verständnis dafür.
00:07:35: viele Klagen auf hohem Niveau.
00:07:38: Das ist so Herrmann, wenn man auch die Entwicklung sieht, früher zwanzig Kühe vierzig Schweine später mal siebenhundert Schweine heute Windräder Biogas Spinat für Iglo Ja und jetzt ist es ja bei dir So nach dir kam er deinen Sohn Hermann Josef mit Ulrike Und jetzt steht schon der Enkel Hermann in den Startlöchern.
00:07:56: fünf Generationen Benning.
00:07:58: War das für dich so schwer loszulassen als du sagtest ich ziehe mich jetzt zurück?
00:08:01: Nein war nicht schwer Und zwar, der macht das recht ordentlich und ich kann dem schon viel Verantwortung überfragen.
00:08:16: Das muss man ja auch sagen in einer Zeit, an der sich viel getan hat.
00:08:19: Wenn wir jetzt mal sehen die Zäsur, zwei Windkraftanlagen – das war ja schon Neuland!
00:08:25: Hattest du damals Bauchschmerzen?
00:08:28: Ab wann war dir klar, dass der Landwirt sich neu erfinden muss?
00:08:33: Nein, es hat ... Es hat immer eine Strukturveränderung gegeben in der Landwirtschaft.
00:08:43: Wird es auch weiter geben und wenn man ehrenamtlich tätig ist, hat man vielleicht einen ganz ordentlichen Überblick, was sich getan hat und wo der Weg eigentlich nur hingehen kann.
00:09:08: schon, dass die Arbeit gut gemacht wurde und dass Herr Josef auch den Hof sehr gut bewirtschaften konnte in jungen Jahren.
00:09:25: Man sieht das ja auch jetzt, was hier alles entstanden ist.
00:09:28: Also früher muss man ja auch mal sehen, zwanzig Hektar Kartoffeln Gemüse und Getreide Das war damals wirtschaftlich auch okay aber heute wäre es ja kaum noch tragfähig.
00:09:37: Was hat sich denn deiner Meinung nach wirtschaftliche am meisten am stärksten verändert?
00:09:42: Wenn man die Energiegeschichte Biogas aus Klamot.
00:09:50: dann hat sich auf den Feldern Ja, viel verändert durch Iglo-Spinat.
00:09:58: Ich muss sagen ich war zunächst skeptisch und nicht nur ich sondern viele Betriebe je in Regen hatten doch den Eindruck dass der Boden ja so grenzwertig taucht für Spinaten.
00:10:16: aber es wurden immer mehr Betrieben dort Anbauer Und dann hat Hermann Josef das auch versucht, und auch mit Erfolg.
00:10:27: Dann ist das wohl ständig mehr geworden oder jetzt in den letzten Jahren unterschiedlich.
00:10:35: Ja, Kartoffeln sind vielmehr geworden als die Technik bei Kartoffel besser wurde.
00:10:43: Das Getreide wurde weniger.
00:10:45: Die Schweine wurden je nach Interessenslage.
00:10:52: Der Mann Josef sich dann von den Milchkühen verabschiedet und hat zunächst auch noch Bullen gemästet, aber auch in Schweinestell.
00:11:05: Obwohl ich auch schon vorher einen größeren Schweinestauch gebaut habe, aber er hat das noch etwas
00:11:12: ausgedehnt.".
00:11:13: Die Landwirtschaft hat sich verändert, aber eben auch die Gesellschaft?
00:11:16: Was wünscht du dir denn heute wenn du ein Tipp geben würdest ... Was wünschen denn von der Gesellschaft und von der Politik?
00:11:23: Von der Politik wünsche ich mir, dass die Wirtschaft wieder flotter kriegt.
00:11:36: Das ist unbedingt wichtig, dass wir die Abdriften nach links- und rechts aufhalten können.
00:11:48: Denn links und rechts... Ich habe da vielleicht wiederholen, was ich am Fernsehen diese Tage auch gehört hab.
00:11:58: Links und rechts kann man nur runterfallen – die Mitte ist maßgebend!
00:12:04: Und die Mitte muss stark bleiben dass wir ordentliche Politik bekommen oder erhalten können wie man auch eingeschirrt sein mag.
00:12:20: Und zur Gesellschaft gehört ja eben auch die Familie.
00:12:23: Kommen wir nochmal zu deiner Familie, ne?
00:12:26: Deine Familie war zum Beispiel bei der Auszeichnung im Kralshaus mit dabei.
00:12:30: Ohne Familie geht es da wahrscheinlich gar nicht,
00:12:31: ne?!
00:12:32: Nein!
00:12:33: Die Familie ist rückhalt und das ist selbstverständlich dass die Familie hinter einem oder für mich selbstverständlig ist hinter einem Stand.
00:12:46: Der Unterschied ist zwar Ich dachte das vorhin schon, dass man ja von zehn an auch schon mit einem gruppiert wurde in die Handarbeit und was nötig war auf dem Hof.
00:13:12: Und es war sehr viel Handarbeit erforderlich.
00:13:16: Und Freizeit waren eher doch etwas schmaler gehalten.
00:13:28: Wenn ich dann heute sehe, wie viele Möglichkeiten junge Leute haben über Sport, über andere Dinge, die kulturelle Dinge...
00:13:41: Wir sind fast am Ende!
00:13:41: Aber am Ende wollen wir noch mal ein bisschen persönlich werden auch vielleicht mit einem Augenzwinkern was am besten zu dir passt.
00:13:48: Spinal oder Pizza?
00:13:49: Äh ne Pizza ziehe ich vor.
00:13:52: Stahlgeruch- oder Sitzungssaal?
00:13:56: Nein, Stahl geruch war mir noch nie so wieder!
00:14:01: Windrad oder Weidezaun?
00:14:04: Windkraft ist natürlich ein Mittel um Energie zu produzieren und Vorräte zu halten.
00:14:15: Fahrrad oder Trecker?
00:14:16: Ich fahre heute noch Rad und nicht mehr Trecker.
00:14:20: Die Trecker sind mir zu kompliziert.
00:14:26: Nein, Trecker hab ich ... hat Akta gelegt ja.
00:14:31: Gut.
00:14:32: Urlaub oder Schweinestall?
00:14:35: Wir haben meine Frau und ich auch öfter mal Urlaub gemacht mit den ehemaligen Lernverschaftsschülern.
00:14:46: sehr viele Länder in Europa besucht und da können wir auch heute noch oft nach erzählen, wenn wir beispielsweise mal am Fernsehen entsprechende Sendungen sehen aus den Ländern.
00:15:00: Da fragen wir uns heute noch, dass wir das gemacht haben.
00:15:04: Am Ende dieses Podcasts was macht dich heute Herrmann mit vier neunzig Jahren besonders glücklich?
00:15:10: Ich fühle mich wohl... Ich glaube, es kann längst nicht jeder sagen mit der auch die Neunzige überschritten hat.
00:15:19: Aber ich bin so dankbar, dass sich noch einigermaßen gut draufbringen.
00:15:29: Natürlich ist das mit dem Sehen und mit dem Hören etwas schwierig aber wie immer könnte es schlimmer kommen
00:15:42: Und da hast du recht, immer ganz daneben bei.
00:15:44: Ich habe auch schon Hörgeräte also von daher mit zwei und fünfzig ist das alles in Ordnung.
00:15:49: Lieber Herrmann danke für dein Lebenswerk, für deinen Einsatz und für ein Gespräch.
00:15:53: Das zeigt Landwirtschaft ist mehr als sein Beruf.
00:15:55: Landwirtschaft is definitiv Haltung Verantwortung und Zukunft und wir freuen uns auf den Baum im Frühjahr sechsundzwanzig.
00:16:02: Möge er genauso standfest wachsen wie dein Engagement über all die Jahre?
00:16:07: Herrmann ich sage herzlichen Dank und bleibt gesund!
00:16:09: Ich danke
00:16:10: auch Impulsbergshot, der Podcast aus Regen
00:16:25: für die hohe Mark.
00:16:27: Präsentiert von der Volksbank in der Hohen Mark!
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